Über das Forschungsprojekt

Kunststoffe als Konservierungsmaterial in der Restaurierung

Einführung

Konservierungsmittel auf Polymerbasis werden seit ihrer Einführung Anfang des 20. Jahrhunderts zum Kleben, Ergänzen, Festigen und Beschichten historischer Materialien im Bereich Kunst- und Kulturgut eingesetzt.

Da der Einsatz dieser Bindemittel bis in die 1990er Jahre meist gar nicht oder nur unzureichend dokumentiert wurde, ist bei vielen Objekten nicht bekannt, welche Materialien für die Konservierung und Restaurierung verwendet wurden. Eine weitere Problematik stellen trotz gleichen Produktnamens wechselnde Zusammensetzungen und in unterschiedlichen Ländern differierende Produktbezeichnungen dar. Eine systematische Sammlung und Aufarbeitung der in der Literatur erwähnten und in der Praxis angewandten Produkte mit ihren Eigenschaften, Anwendungsgebieten und Untersuchungen zur Eignung existiert bisher nur für einzelne Produkte oder Zeitspannen. Des Weiteren sind viele Produktinformationen häufig nicht öffentlich zugänglich. Diese Kenntnisse sind jedoch eine grundlegende Voraussetzung für eine nachhaltige Konservierung der Objekte und essensziell für die restauratorische Beurteilung des jetzigen Erhaltungszustandes.

Seit 2009 existiert an der Fachhochschule Potsdam ein vom Land Brandenburg gefördertes Forschungsprojekt zum Einsatz und zur Detektierung von polymeren Konservierungsmitteln an Kunst- und Kulturgütern.

Evaluation von Objekten

Im Rahmen des Projektes werden an ausgewählten Objekten Untersuchungen zum derzeitigen Erhaltungszustand und zur Nachhaltigkeit verwendeter polymerer Bindemittel durchgeführt. Die eingesetzten Kunststoffe werden hinsichtlich ihres Alterungsverhaltens sowohl visuell als auch analytisch überprüft. Es wird versucht zu eruieren, ob die eingesetzten Polymere Schäden an den Objekten unterstützt bzw. hervorgerufen haben. Vorhandene Schäden werden dazu dokumentiert, in einem Schadbildglossar katalogisiert und eine mögliche Korrelation von verwendeten Materialien und auftretenden Schäden hergeleitet.

Analytik gealterter Polymere

Soweit möglich werden Proben an ausgewählten Objekten genommen und mit verschiedenen Methoden wie Mikrochemie, FT-IR-Spektroskopie, Thermoanalytik (TG/DSC) und Gaschromatographie analysiert. Trotz vielfältiger Analysemethoden wird die Ermittlung der polymeren Bindemittel aufgrund ihrer Alterung und der Verfügbarkeit nur geringer Probenmengen erschwert. Daher werden in einem weiteren Schritt soweit noch verfügbar alte Gebinde mit Konservierungsmitteln auf Polymerbasis gesammelt. Sowohl diese historischen als auch noch im Handel erhältlichen Konservierungsmaterialien werden künstlich und natürlich gealtert und mit den o.g. verschiedenen Untersuchungsmethoden analysiert. So entsteht eine Material- und Datensammlung, die künftig bei der Identifizierung von unbekanntem Probenmaterial auf Basis polymerer Bindemittel helfen soll.

Informationen zur Datenbank

POLYKON – Die Datenbank für Polymere als Konservierungs- und Restaurierungsmittel enthält Informationen zu synthetischen Polymeren, die seit 1901 in der Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut getestet und eingesetzt wurden.
Sie umfasst neben allgemeinen Angaben zur Zusammensetzung und veränderter Nomenklatur u.a. Fach- und Anwendungsbereiche, Eigenschaften sowie behandelte Objekte.

Die Informationen in der Polykon-Datenbank wurden mit großer Sorgfalt recherchiert und basieren neben Informationen aus technischen Merkblättern und Sicherheitsdatenblättern der Hersteller auch auf Angaben in Diplomarbeiten, restauratorischen Dokumentationen und anderen Texten. Für die Richtigkeit der Informationen wird keinerlei Gewähr übernommen. Rückschlüsse, inwieweit die recherchierten Handelsnamen rechtlich geschützt sind, können aus dieser Datenbank nicht entnommen werden.

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